Italien
Manche Länder muss man sich erschließen, Italien überfällt einen einfach. Der Geruch von frischem Espresso an der nächsten Straßenecke, Wäsche, die zwischen alten Fassaden im Wind hängt, irgendwo klappert Geschirr und jemand ruft quer über die Piazza. Es ist laut, warm, ein bisschen chaotisch – und genau darin liegt eine Selbstverständlichkeit, die man erst versteht, wenn man mittendrin steht.
Und dann, kaum verlässt man die Städte, wechselt das Bild komplett: sanfte Hügel, an denen sich Zypressen wie hingetupft entlangziehen, Weinreben in ordentlichen Reihen so weit das Auge reicht, dazwischen ein einsames Landhaus auf halber Höhe. Die Küste hält dagegen mit schroffen Klippen, die abrupt ins türkisblaue Meer abfallen, und mittelalterliche Burgstädte thronen so selbstverständlich über allem, als hätten sie nie etwas anderes getan.
Dazwischen liegt das eigentliche Italien: das Klappern von Espressotassen am Vormittag, lange Mittagspausen, bei denen wirklich niemand hetzt, und ein Selbstverständnis für gutes Essen, das keiner Erklärung bedarf – Pasta, Gelato, ein Glas Wein am Abend, einfach weil es dazugehört. Italien inszeniert sich nicht, es lebt einfach, und man ist als Reisender mittendrin statt nur Zuschauer.




